Fischhaltung in Klein- und Nanoaquarien

…ist ein weiteres unter AquarianerInnen häufig und oft emotional diskutiertes Thema. Sehr auffällig ist dabei, dass viele „Kleinaquarienbasher“ keinerlei praktische Erfahrung mit der Haltung geeigneter Fischarten in Kleinaquarien haben, oft sogar noch relativ neu im Hobby sind. Aus diesem Grund ist auch das Spektrum der ihnen bekannten Arten meist recht eng gefasst und reicht nicht viel weiter als das Standardsortiment im durchschnittlichen Zoofachhandel. Den meisten AquarianerInnen sind die Fischarten, welche sich artgerecht in Kleinaquarien pflegen lassen, nicht einmal von einem Bild bekannt. Sie haben daher mangels Überprüfung ihrer ablehnenden Haltung in der Praxis lediglich Vorurteile, nicht Urteile aus tatsächlicher Beobachtung.

Im Gegensatz zu den häufig erhobenen Vorwürfen sehe ich mich dennoch, oder gerade weil ich Fische in Kleinaquarien pflege, als Aquarianer, bei dem die artgerechte Unterbringung der Pfleglinge an erster
Stelle steht. Im folgenden Text möchte ich meine Sichtweise zur Pflege von Fischen in Kqlein- und Kleinstaquarien, neudeutsch auch Nanoaquarien genannt, darlegen und zeigen, dass damit nicht unumgängliche Tierquälerei verbunden ist.

„Fische in solche kleinen Becken zu sperren ist Tierquälerei“

Dieses pauschale Urteil hört man oft, meist von Aquarianern, die noch recht neu im Hobby sind oder solchen, die sich noch nie richtig mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Häufig werden dann dispektierliche Begriffe wie &bdquoBlumenvase“, „Espressotässchen“ oder ähnliche für die Bezeichnung kleiner Aquarien verwendet. Ihnen ist aber aufgrund ihrer eingeschränkten Sichtweise, die Art von Aquaristik, die für die erfolgreiche Pflege von Fischen in kleinen Aquarien notwendig ist, gar nicht bekannt oder vorstellbar.
Viele Fischzwerge lassen sich gerade in Kleinaquarien entsprechend ihrer Bedürfnisse pflegen. Zwar ist nicht jeder Fischzwerg für die Pflege in Kleinaquarien geeignet, dennoch gibt es eine ganze Reihe geeigneter Arten. Darunter selbst einige, bei denen man dies aufgrund ihrer Endgröße nicht vermuten würde. Zugegeben gehört keine der geeigneten Arten zum Standardsortiment des durchschnittlichen Zoofachhandels. Wobei der Begriff „Standardsortiment“ selbst schwammig ist.
Kleinaquarien werden generell als Artbecken betrieben, es wird also lediglich eine einzige Fischart darin gepflegt. Das hat den Vorteil, dass man das Becken in Bezug auf Einrichtung, Wasserwerte, Technik etc. maßgenau auf die Bedürfnisse dieser Art zuschneiden kann. Ich möchte sogar behaupten, dass man in solch einem kleinen Artaquarium viel besser auf die Bedürfnisse der gepflegten Art eingehen kann als in einem großen Gesellschaftsbecken.
Das große Beckenvolumen alleine erfüllt nicht alle Bedürfnisse. Einer der häufigsten Fehler ist ohnehin, dass eine viel zu große Artenzahl in einem Becken gepflegt wird. Selbst bei einem größeren Aquarium sind zwei bis drei Arten vollkommen ausreichend. Das macht meiner Meinung nach nicht nur die Pflege einfacher, sondern trägt auch zum harmonischen Gesamteindruck des Aquariums bei.
Bei objektiver Betrachtung spricht also nichts gegen die Pflege geeigneter Fischarten in Aquarien kleiner 54 Liter. Es gibt sogar Arten, für deren Nachzucht und somit Erhalt in der Aquaristik, solch kleine Behälter unbedingt notwendig sind. Diese Spezialisten, wie die Arten der Gattungen Simsonichthys, Nothobranchius oder Diapteron, sind zwar wiederum Fische für Liebhaber, dennoch wird eine artgerechte Pflege dieser Tiere durch die fundamentalistische Verteufelung von Kleinaquarien unmöglich gemacht.

„Becken unter 54 l sind für die Fischhaltung gesetzlich verboten“

Wenn der moralische Zeigefinger nicht überzeugt, wird gern zum juristischen Knüppel gegriffen. Allein zu behaupten, dass die Haltung von Fischen in Aquarien kleiner 54 Liter Bruttovolumen gesetzlich verboten sei, scheint vielen Kleinaquarienbashern schon beweiskräftig genug zu sein.
Ist es aber nicht.
Zumindest für die Bundesrepublik Deutschland trifft diese Behauptung nämlich schlicht nicht zu. Allerdings gilt seit dem 01.01.2005 in Österreich das neue Tierschutzgesetz samt angelagerter Tierhaltungsverordnungen, welche die dauerhafte Haltung von Fischen in Aquarien kleiner 54 Litern untersagt. Näheres dazu im folgenden Abschnitt.

2. Tierhaltungsverordnung (BGBl. II Nr. 486/2004), Anlage 5 (A)

„Eine dauerhafte Haltung auch kleiner Arten in Aquarien unter 54 Liter ist verboten. Zur Zuchtvorbereitung, Zucht, bei Ausstellungen von Einzeltieren oder Paaren und bei Wettbewerben sind geringere Beckenmaße zulässig.“

[4]

Dadurch wird mit den Killiaquarianern oder den Freunden von Fischzwergen ein ganzer Teilbereich der Aquaristik kriminalisiert. Es wird für bestimmte Fischarten sogar eine nichtartgemäße Unterbringung erforderlich, damit man sich gesetzteskonform verhält. Die Pauschalierung der artgerechten Haltung ist ein Widerspruch in sich, da jede Art spezifische (Spezies = Art, spezifisch = auf die Art bezogen) Eigenschaften und Ansprüche hat, die es zu berücksichtigen gilt.
Meist aber beziehen sich inhaltlich ähnliche Aussagen in Diskussionen auf das „Gutachten über Mindestanforderungen von Aquarienfischen“ vom Ministerium für Verbraucher, Landwirtschaft und Forsten Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, welches in Österreich in inhaltlich vergleichbarer Form für das neue Tierschutzgesetz und die mit diesem verbunden Haltungsrichtlinien herangezogen wurde. Es handelt sich hierbei lediglich um ein Gutachten und stellt in Deutschland kein Gesetz dar.

Tierschutzgesetz; Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser)

Die vom damaligen Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) (heute: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz BMLV) 1998 erstmal veröffentlichten &bdquoMindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen“ drücken sich wie folgend aus:

„Je größer das Wasservolumen eines Aquariums ist, desto stabiler ist die Wasserqualität, daher sollte das Aquarienvolumen für die dauerhafte Haltung 60 l nicht unterschreiten. 54 l Aquariumvolumen sind als Mindestmaß für die dauerhafte Haltung anzusehen.“

[5]

Es heißt aber weiter.

„Die ausgewählten Parameter sind eine Ergänzung des Gesamteindrucks, den das Aquarium beziehungsweise der Gesamtzustand und das Verhalten der Fische als wichtigste Kriterien für die Bewertung einer tiergerechten Haltung bieten

[5]

Und weiter unten im Text:


Zur Zucht beziehungsweise zur Zuchtvorbereitung, für Ausstellungen und Wettbewerbe, sowie für die Pflege besonders kleiner Arten sind abweichende Behältergrößen zulässig
“[5]

Das sehr oft als Argument angeführte Tierschutzgesetz (der Bundesrepublik Deutschland) formuliert dagegen weitaus allgemeiner.


Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

  1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
  2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,
  3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

[§ 2 Tierschutzgesetz]

Dennoch definert diese Norm alle notwendigen Rahmenbedingungen einer artgemäßen Tierhaltung.

Artgerechte Haltung ist nicht die unreflektierte Kopie der natürlichen Lebensbedingungen

Ein weiteres häufig angeführtes Argument ist, dass die Fische in der Natur ganze Gewässer zur Verfügung haben. Allerdings ist bei diesem Vergleich jede handelsübliche Aquariengröße zu klein für die Fischhaltung und der Unterschied von einem 12 Liter Aquarium zu einem 54 Liter Aquarium vergleichsweise winzig.
Zudem bedeutet dass ein Fisch in einem Gewässer lebt, noch lange nicht, dass er sich hier überall aufhält und den vorhandenen Raum vollständig nutzt. Kaum ein Fisch bewohnt alle Bereiche eines Gewässers. Gerade kleinbleibende Arten stehen unter hohem Fraßdruck und leben versteckt, beispielsweise in dichter Unterwasservegetation, in &bdquoMicrohabitaten“, meist sehr ufernah.
Einige Eierlegende Zahnkarpfen oder Labyrinthfische leben in der Natur in kleinen Wasseransammlungen oder durchnässtem Laub.
Im Gegensatz zum Aquarium ist die Futtersuche hier kein Problem, jedoch kann sie in großen Behältern für einige kleinbleibende Fischarten zum Problem werden, da diese der Suche nach Futter keine größeren Strecken zurücklegen und eigentlich einfach nur nach dem schnappen, was gerade an Nahrung vor ihr Maul schwimmt. Man muss, wenn man solche Fische in größeren Aquarien unterbringt, daher viel mehr füttern, um eine ausreichende Ernährung der Fische zu gewährleisten, als eigentlich notwendig ist. Auch die zur Ernährung von Fischzwergen oft notwendigen lebenden Futtertiere (Wasserflöhe, Artemianauplien oder Hüpferlinge) leben im Aquarium nicht ewig und belasten nach ihrem Tod durch Zersetzung das Wasser unnötig.
Theoretisch könnte man auch mehr Tiere einsetzen, um auf die selbe Individuendichte zu kommen. Die Verfügbarkeit der betreffenden Arten ist aber oft sehr begrenz, so dass die notwendige Individuendichte in größeren Behältern praktisch nicht erreichbar ist.
Zieht man diverse Besatzregeln, so unvollkommen sie auch sein mögen, zu Hilfe und wendet man sie vergleichend an, so fällt auf, dass vielen größeren Fischen im Verhältnis weniger Platz in den allgemeinen Mindestanforderungen geboten wird als den Fischzwergen in Kleinaquarien zur Verfügung stehen. Die 10 x 5 x 5 fache Körperlänge für Länge x Tiefe x Höhe des Behälters ist ebenso leicht einzuhalten wie die 1 cm/1l Regel beziehungsweise deren unterschiedlichen Abwandlungen. Berücksichtigt man die Masse von Fischzwergen, so ist beispielsweise ein Paar Parosphronemus deissneri in einem 12 Liter Aquarium mit standardmäßigen 30 x 20 x 20 cm besser untergebracht als ein Schwarm von 4 cm großen Paracheirodon axelrodi in einem 54 Liter AQ mit 60 x 30 x 30 cm. Letzteres wird akzeptiert, ersteres ruft nicht selten Stürme der Entrüstung hervor. Natürlich muss man Schwimmverhalten, Sozialstruktur und so weiter ebenfalls für die Wahl der Beckengröße bei Fischzwergen einbeziehen, wie bei allen anderen Fischen auch. Es gibt also wie so oft in der Aquaristik keine einfache Regel ,sondern eine Unzahl von verschiedenen Faktoren, die man berücksichtigen muss.

„In kleinen Aquarien sind stabile Verhältnisse nicht möglich“

Je größer das Wasservolumen, desto stabiler ist die Wasserqualität. Dieses Argument erscheint auf den ersten Blick logisch und richtig, ich kann es aber aus meiner aquaristischen Praxis nicht bestätigen. Zwar benötigen kleine Aquarien mehr Erfahrung und Fingerspitzengefühl und es gibt mehr Möglichkeiten, sie fehl und überzubesetzen.
Die gleiche Menge „Zuviel an Futter“ hat in einem kleinen Aquarium intensivere Auswirkungen als in in einem großen. Die Größe eines Aquariums allein ist aber kein Garant für ein stabiles Ökosystem, bei größeren Becken ist jedoch der „Aufwand“ größer, es aus seiner stabilen Lage zu reißen.In der Tat habe ich den Eindruck, dass meine Klein- und Kleinstaquarien bereits kurze Zeit nach der Einrichtung besser und stabiler laufen als manches meiner Großbecken es im vergleichbaren Zeitrahmen tat. Signifikante Bedeutung scheint hier dem Mulm und seiner Pflege zu zufallen.
Dies aber damit gleich zusetzten, dass eine stabile Lage unterhalb eines bestimmten Volumens nicht oder nur unter immensem Aufwand etablierbar ist, halte ich aufgrund meiner praktischen Erfahrungen für vollkommen übertrieben. Dazu ist es um so überraschender, dass die Pflege von Wirbellose in Kleinaquarien im Allgemeinen auf Zustimmung trifft, da gerade die hierin oft gepflegten Zwerggarnelen und Zwergflußkrebse besonders empfindlich auf das angeblich fehlende „Gleichgewicht“ reagieren würden.

„Kleine Aquarien sind sehr aufwendig in der Pflege“

Wie bereits weiter oben erwähnt, erfordern kleine Aquarien Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Wenn man damit aufwarten kann, ist die Pflege von kleinen Aquarien nicht schwieriger als die größerer Behälter. Aus einem Kleinaquarium kann sehr leicht ein echtes Schmuckstück werden, dass fast von selbst zu funktionieren scheint.

„Fische in Kleinaquarien sind nur etwas für echte Spezialisten.“

Dieses Argument hört und liest man sehr oft. Es ist auch in gewisser Hinsicht richtig. Allerdings wird mit dieser Einstellung oftmals die Forderung erhoben, dass man Kleinaquarien nur „hinter vorgehaltener Hand“ diskutieren sollte und keines Falls öffentlich als machbar darstellen dürfe. Meist wird das damit begründet, dass Einsteiger sich nur die genehmen Auskünfte herauspicken und somit die Haltung beliebiger Fischarten in Kleinaquarien legitimieren.
Ich würde niemals einem Einsteiger ohne Anleitung und Hilfestellung ein Kleinaquarium empfehlen.Wenn die Möglichkeit besteht, unterstützend und kontrollierend vor Ort einzugreifen, halte ich es aber durchaus für sinnvoll, dass erfahrene AquarianerInneneinen lernwilligen Einsteiger auch Kleinaquarien fahren lassen.
Leider versuchen sich viele Aquaristikeinsteiger mit kleinen Aquarien ersteinmal ins Hobby einzuschnuppern, ganz nach dem Motto „erstmal klein anfangen“. Für den Einstieg halte ich Standardaquarien von mindestens 112 Liten, gerne auch größer, für angebracht. Aufgrund der Beckengröße ist eigentlich für jeden Geschmack und jedes Wasser ein sinvoller Besatz aus dem üblichen Sortiment des Zoohandels realisierbar.
Letzten Endes kann man nicht mehr tun, als die notwendigen Informationen zu liefern. Bewerten, nachdenken und die Risiken anhand der eigenen aquaristischen Erfahrung und Fähigkeiten abschätzen muss jeder für sich selbst. Dies gilt sowohl für die Beratung auf Intenetplattformen als auch im Handel. Zudem, wie soll aus einem Einsteiger ein fortgeschrittener AquarianerInnenoder Profi werden, wenn er nie etwas neues ausprobiert.
Dazu gehören Risiken, die mitunter auch den Verlust von Fischen bedeuten können. Allerdings ist es unterm Strich besser, wenn ein Einsteiger beim Betreten schwierigerer aquaristischer Betätigungsfelder das Leben von Fischen einem potentiellen Risiko aussetzt und mit steigender Erfahrung zur erfolgreichen Vermehrung der Tiere in der Lage ist, als wenn er auf der Stufe der Fischverbrauchsaquaristik stehen bleibt.

Nanoaquarien

Mit dem Begriff „Nanoaquarien“ seien hier speziell solche Kleinaquarien, welche von der Industrie als Komplettsets, teilweise sogar einschließlich Bodengrund und Pflegemitteln, angeboten werden, beschrieben. Diese sind differenziert von Klein- und Kleinstaquarien im konventionllen Sinn zu verstehen. In der Regel handelt es sich hierbei um kleine Behälter mit Standardmaßen wie 30 × 20 × 20 cm oder 40 × 25 × 25 cm, welche nahezu ausschließlich als nackte Glasbecken ohne Zubehör erhältnlich sind und für individuelle, meist pragmatische, Lösungen von erfahrenen Aquarianern für Pflege und besonders Zucht speziellerer Fischarten eingesetzt werden. Beispielhaft für die Nanoaquarien seien hier die „Nano Cubes“ von Dennerle und das „Edge“ von Hagen genannt.
Bei Nanoaquarien liegt eine besondere Betonung auf Design und Ästhetik. Nicht nur gelegentlich werden sie als Lifestyle und Ambiente Accessoires angepriesen. Das führt zu Ergebnissen, die nicht immer mit den Anforderungen an die artgerechte Pflege von Fischen und Wirbellosen vereinbar sind. Oft schon allein durch die Konstruktion oder die integrierte technische Ausstattung des Behälters bedingt. Bei Nanoaquarien spielt also weniger das geringe Volumen als viel mehr die Dimensionierung und Gestaltung die kritische Rolle bei der Bewertung zur Eignung für die Fischhaltung.

Fische in Kleinaquarien leiden stress durch häufige Teilwasserwechsel

Auch hier schwingt die Behauptung mit, kleine Aquarien seien biologisch nicht stabil und würden deshalb schnell „umkippen“. Deshalb wird behauptet, es wären zweitägliche, tägliche oder gar bis zu mehrmals tägliche Teilwasserwechsel notwendig, um dies zu verhindern. Diese häufigen Teilwasserwechsel führten zu Stress bei den Fischen http://www.aquarienforum.de/forum/showpost.php?p=161153&postcount=20.
Auch hier finden sich rein spekulative Behauptungen und auf ihnen basierte abstrakte Argumente, die sich bei kritischer Prüfung und einem Abgleich mit der Wirklichkeit der aquaristischen Praxis als irrig erweisen. Die Argumentationskette reißt bereits mit der Behauptung ab, kleine Aquarien seien biologisch weniger oder nicht stabil.

Fazit:

Gegen alle Widerstände haben Aquarien kleiner 54 Litern Bruttovolumen eine eindeutige Daseinsberechtigung in einer vernünftigen, artgerechten Fischhaltung. Bei Killifreunden sind solche Aquarien sogar Gang und Gäbe und für den Bestandserhalt notwendig. Im Endeffekt unterliegen alle Aquarien, unabhängig ihres Volumens, den gleichen Gesetzmäßigkeiten, die für ein stabiles Ökosystem notwendig sind und eine Unterbringung ermöglicht, die den biologischen Ansprüchen der darin gehaltenen Tiere entspricht.

Es spricht also bei der Wahl geeigneter Arten und einiger Erfahrung und Fingerspitztengefühl nichts gegen die Pflege von Fischen in Kleinaquarien.
Bei vielen geeigneten Arten ist es sogar für ihre erfolgreiche Nachzucht notwendig. Von den oft aufgeführten angeblich immensen Pflegemaßnahmen, die bei kleinen Aquarien notwendig sein sollen, kann keine Rede sein. Ich kann sie auch nicht aus meiner Erfahrung mit Kleinaquarien bestätigen. Die erfolgreiche und artgerechte Haltung von Fischen in Kleinaquarien ist und bleibt eine Frage des richtigen Handlings.

Belegstellen, weiterführende Literatur und externe Links

  1. Quante, K. A. (2010): Nanoaquaristik. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-5983-3
  2. Schliewen, U. (1999): Kleine Aquarien. Gräfe & Unzer, München. ISBN 3-7742-3716-6
  3. Schliewen, U. & Geck, J. (2008): Nano-Aquarien von 12 bis 35 Liter. Gräfe & Unzer, München. ISBN 9783833812699
  4. Mindestanforderungen an die Haltung von Fischen in Österreich
  5. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser)
  6. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Mindestanforderungen an die Haltung von Zierfischen (Süßwasser) – Tabelle
  7. Bundesminiterium für Justiz; TierSchG – Einzelnorm: §2 Tierschutzgesetz

weiterführende Literatur:

  • Quante, K. A. (2011): Ihr Hobby Nano-Aquarien. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart. ISBN 978-3-8001-6966-5
  • Klingbeil, B. (2009): Nano-Süßwasseraquarien.
  • Ratgeber Nano-Fische